April
Ja, ist es denn schon wieder soweit?
Mützen,
dicke Handschuhe, sogar
Sohlenheizungen mit Akkus werden normalerweise ab Februar aufgefahren,
um bei
Wind und Regen zu trainieren. Die Tour d’Energie steht vor
der Tür.
Dieses
Jahr ist alles anders. Oh nee, so
viel Schnee! Und dort wo er getaut ist, macht überfrierende
Nässe das
Rennradfahren nahezu unmöglich. Einige Frauen buchen zwei
Wochen Mallorca, um
dort 1000 km in die Beine zu bekommen, die Anderen machen Spinning und
stimmen
ein in das allgemeine Ach und Weh der Göttinger
Radsportgemeinde: Ich bin
überhaupt nicht fit. 85 Kilometer schaffe ich niemals. Wie
soll ich bloß den
Hohen Hagen hochkommen?
Es
geht natürlich nicht darum, die knapp
1000 Höhenmeter irgendwie zu überwinden, nein, sie
sollen schnell gefahren
werden. Radrennen eben. Ob in der Gesamtwertung Platz 725 oder 1230
erreicht
wird, ist dabei nicht so wichtig. Aber jede Frau hat ihre Fahrzeit vom
Vorjahr
im Kopf, und die soll gehalten oder verbessert werden. Die neuen
biciKLETTEN
sind erst recht nervös. Das Rennen durchhalten ist das Ziel.
Im April
engagieren wir, unseren Spendern sei Dank, für zwei Termine
Jens Claussen von
jc leistungsdiagnostik als Trainer.
In
einem straffen Programm
wird geübt: Die richtige Kurventechnik bei Abfahrten,
Windschattenfahren in der
Gruppe, Kreiseln mit hoher Geschwindigkeit. „Fahr
näher ans Hinterrad ran, trau
dich!“ Jens ruft seine Kommandos und die Frauen trauen sich.
"Ich bin noch
nie so lange am Stück Unterlenker gefahren", so Claudia, "das
hat
richtig Spass gemacht."
Es
gibt Tipps zur richtigen Renneinteilung,
Fragen werden beantwortet: Wie ernähre ich mich in den Tagen
vor dem Rennen und
am Renntag selbst? Wie trainiere ich in der Woche direkt vor dem
Rennen? Soll
ich an der Verpflegungstelle anhalten oder "postiere" ich mir
jemanden an der Strecke mit einer weiteren Flasche?
Jens
Claussen macht Mut: „Die eine oder andere
von euch wird vielleicht überrascht sein, was sie beim Rennen
letztendlich für
eine Zeit hinlegt.“
Am
Abend vor der TdE organisieren wir ein
großes Pastaessen mit Freunden und Familie und
können abends, Schnee adé, sogar
draußen sitzen. Am 25. 4. 2010, dem Renntag, scheint die Sonn
und alle sind
glücklich.
Pfingsten
Pfalz
Wenn
wir das gewußt hätten…
…
dann wären wir niemals in
die Pfalz gefahren.
Eine
Frauen-Radsportgruppe
aus Offenbach an der Queich hat, dem elektronischen Netz sei Dank,
unsere
Homepage gefunden. Die Mails flutschen fröhlich hin und her,
irgendwann hängt
eine Einladung zu einer Tour ins Elsaß dran.
Tatsächlich finden sich drei
biciKLETTEN, die sich Pfingsten auf den Weg machen, die fremden
Rennradlerinnen
zu besuchen. Spätestens, als unser Bus sich dem Ziel
nähert, ist klar: Das ist
nicht das Weserbergland.
„Da
seh’ ich mich morgen
schon kotzen“, sagt Ute und grinst.
Unsere
Gastgeberin Elke
steht schon vor dem Haus, als wir in ihre Straße einbiegen.
„Guckt Euch mal die
Beine von der an!“ Den biciKLETTEN rutscht das Herz ein
Stückchen tiefer. „Soll
ich Gas geben und einfach vorbei fahren?“ fragt Conny.
Das
machen wir natürlich nicht.
Zur
Belohnung werden wir mit Pizza
und Pasta empfangen,
„Gourmetbeauftragte“ Birgit präsentiert
Pfälzer Wein, es wird gelacht, erzählt,
getrunken. Das Matratzenlager ist organisiert, die Wohnung
gehört uns.
Am
Pfingstsamstag geht es
fröhlich und in moderatem Tempo bei Sonnenschein Richtung
Elsaß. Direkt hinter
der Grenze geduldige Autofahrer, die am Berg alle Zeit der Welt haben
und
hinter uns her zuckeln ohne zu hupen. Wir fahren 135 km „nuff
un nunna“. Grandios!
Zurück
in Offenbach werden
die biciKLETTEN ins Schwimmbad geschickt (50m Bahn und dazu noch leer),
während
die Pfälzerinnen den Grill vorbereiten, bergeweise Salate
anschleppen und
allerfeinste Weine auffahren. Am Ende landet man beim Ramazotti. Die
Damen
werden irgendwie nicht müde.
Der
Pfingstsonntag verläuft
ähnlich, die Sonne freut sich mit uns, es wird getreten, was
das Zeug hält.
Wenn
wir gewußt hätten, dass
unsere Gastgeberin Elke Weltmeisterin beim Iron (Wo)man Hawaii geworden
ist,
dann hätten wir die herzlichen Pfälzerinnen nicht
kennengelernt und ein
fantastisches Wochenende verpasst. Das Glück ist mit den
Ahnungslosen.
Nächstes
Jahr kommen
sie
hoffentlich nach Göttingen. Die Einladung steht.
Juli
Tagestour
zum Kloster Corvey
Was
ist mutig?
Die
Kurven nach Hemeln
`runterdonnern, das ist schon nett!
Am
Sonntag morgen um neun
Uhr geht das besonders gut. Die Sonne lacht. Auf der Fähre
nach Veckerhagen
werden die ersten Stullen und Gurken ausgepackt. Leider ist die
Straße hoch in
den Reinhardswald gesperrt, also geht es flach an der Weser entlang
nach Bad
Karlshafen zum Mittagessen.
Weiter
gen Norden wird der
Weserradweg immer voller, an der Tonenburg nördlich von Corvey
Hunderte von
Motorradfahrern. Dort ist es uns zu rummelig, wir fahren
zurück zum Kloster
Corvey, wo warmer Kirschkuchen mit Vanilleeies lockt.
Später
muß es dann auch noch
ein richtiges Bier sein.
Es
wird viel geschwatzt und
herausgefunden, was wirklich mutig ist: Wenn ein Mann nachts betrunken
nach
Hause kommt, seine wütende Frau mit dem Besen im Flur antrifft
und er dann
sagt: Putzt du schon oder fliegst du noch weg?
August
Tagestour
nach
Mühlhausen
Wer schnell… der kann auch
schnell….
Starkes
Gewitter ist
angesagt!
Das
hindert uns nicht. Wir
treffen uns am Bahnhof und kaufen Fahrkarten für die
Rückfahrt. Sicher ist
sicher. Dabei geht eine Windjacke verloren, es wird gesucht, leider
nix.
Flach
rollt es bis nach
Uder, dann endlich der erste Berg mit einem wunderbaren Blick auf
Eichstruth.
Idyllisch ist es hier, keine Radfahrer, kaum Autos.
In Dieterode wird
kurz das
Restaurant St. Georges besichtigt, dann geht es hinunter an die Werra
nach
Wanfried zur Mittagspause. Die heißen Füße
in das Kneipp-Becken am Barfußpfad gehalten,
ein Blick zum Himmel: weiße Wölkchen auf Blau, also
weiter.
Es
ist heiß. Es wird schwül.
Wellig führt die Straße durch den Hainich bis
irgendwann die lange Abfahrt
hinunter nach Mühlhausen als Belohnung wartet. Es ist noch
früh, der Zug um 16 Uhr kann noch erreicht werden.
Ein
10-Minuten-Abstecher in die
Brauerei
Zum Löwen liegt gerade noch so drin. Im Stehen wird das
heiß ersehnte „Apothekerbier“ gezischt, für die
Bratwurst, auf die sich alle
gefreut haben, ist
die Zeit zu knapp.
Im
Zug wird gesimst und
telefoniert. Der Liebste ist am Morgen noch einmal zum
Göttinger Bahnhof
gefahren und hat die Windjacke gefunden. Juhuuu! Und weil er so nett
ist, macht
er schon mal die Kohlen klar, damit wir doch noch zu unseren
Bratwürsten
(Original Fränkische!) kommen. Eine Viertelstunde nach unserer
Ankunft liegen
sie auf dem Grill und sind ruckzuck verputzt.
Wer schnell
fährt, der
kann
auch schnell…… ach ja, und in Göttingen
soll es gehagelt haben.
August
Schraube
locker?
Frauen
und Technik, an einem Dienstag abend ist es soweit, Sabine hat einen
„Schrauberkurs“ bei Oelle organisiert.
Während einige biciKLETTEN offensichtlich
noch nie einen Platten hatten und zum ersten Mal in ihrem Leben einen
Schlauch
wechseln, tüfteln andere an Bremsen und Schaltung und drehen
so manches
Schräubchen. André sei Dank.
Hat Spaß gemacht.
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