2010
April

Ja, ist es denn schon wieder soweit?



Mützen, dicke Handschuhe, sogar Sohlenheizungen mit Akkus werden normalerweise ab Februar aufgefahren, um bei Wind und Regen zu trainieren. Die Tour d’Energie steht vor der Tür.

Dieses Jahr ist alles anders. Oh nee, so viel Schnee! Und dort wo er getaut ist, macht überfrierende Nässe das Rennradfahren nahezu unmöglich. Einige Frauen buchen zwei Wochen Mallorca, um dort 1000 km in die Beine zu bekommen, die Anderen machen Spinning und stimmen ein in das allgemeine Ach und Weh der Göttinger Radsportgemeinde: Ich bin überhaupt nicht fit. 85 Kilometer schaffe ich niemals. Wie soll ich bloß den Hohen Hagen hochkommen?
Es geht natürlich nicht darum, die knapp 1000 Höhenmeter irgendwie zu überwinden, nein, sie sollen schnell gefahren werden. Radrennen eben. Ob in der Gesamtwertung Platz 725 oder 1230 erreicht wird, ist dabei nicht so wichtig. Aber jede Frau hat ihre Fahrzeit vom Vorjahr im Kopf, und die soll gehalten oder verbessert werden. Die neuen biciKLETTEN sind erst recht nervös. Das Rennen durchhalten ist das Ziel. Im April engagieren wir, unseren Spendern sei Dank, für zwei Termine Jens Claussen von jc leistungsdiagnostik als Trainer.


 
In einem straffen Programm wird geübt: Die richtige Kurventechnik bei Abfahrten, Windschattenfahren in der Gruppe, Kreiseln mit hoher Geschwindigkeit. „Fahr näher ans Hinterrad ran, trau dich!“ Jens ruft seine Kommandos und die Frauen trauen sich. "Ich bin noch nie so lange am Stück Unterlenker gefahren", so Claudia, "das hat richtig Spass gemacht."
Es gibt Tipps zur richtigen Renneinteilung, Fragen werden beantwortet: Wie ernähre ich mich in den Tagen vor dem Rennen und am Renntag selbst? Wie trainiere ich in der Woche direkt vor dem Rennen? Soll ich an der Verpflegungstelle anhalten oder "postiere" ich mir jemanden an der Strecke mit einer weiteren Flasche?
Jens Claussen macht Mut: „Die eine oder andere von euch wird vielleicht überrascht sein, was sie beim Rennen letztendlich für eine Zeit hinlegt.“
 


Am Abend vor der TdE organisieren wir ein großes Pastaessen mit Freunden und Familie und können abends, Schnee adé, sogar draußen sitzen. Am 25. 4. 2010, dem Renntag, scheint die Sonn und alle sind glücklich.

Pfingsten

Pfalz




Wenn wir das gewußt hätten…

… dann wären wir niemals in die Pfalz gefahren.

Eine Frauen-Radsportgruppe aus Offenbach an der Queich hat, dem elektronischen Netz sei Dank, unsere Homepage gefunden. Die Mails flutschen fröhlich hin und her, irgendwann hängt eine Einladung zu einer Tour ins Elsaß dran. Tatsächlich finden sich drei biciKLETTEN, die sich Pfingsten auf den Weg machen, die fremden Rennradlerinnen zu besuchen. Spätestens, als unser Bus sich dem Ziel nähert, ist klar: Das ist nicht das Weserbergland.
Da seh’ ich mich morgen schon kotzen“, sagt Ute und grinst.

Unsere Gastgeberin Elke steht schon vor dem Haus, als wir in ihre Straße einbiegen. „Guckt Euch mal die Beine von der an!“ Den biciKLETTEN rutscht das Herz ein Stückchen tiefer. „Soll ich Gas geben und einfach vorbei fahren?“ fragt Conny.


Das machen wir natürlich nicht.

Zur Belohnung werden wir mit Pizza und Pasta empfangen, „Gourmetbeauftragte“ Birgit präsentiert Pfälzer Wein, es wird gelacht, erzählt, getrunken. Das Matratzenlager ist organisiert, die Wohnung gehört uns.




Am Pfingstsamstag geht es fröhlich und in moderatem Tempo bei Sonnenschein Richtung Elsaß. Direkt hinter der Grenze geduldige Autofahrer, die am Berg alle Zeit der Welt haben und hinter uns her zuckeln ohne zu hupen. Wir fahren 135 km „nuff un nunna“. Grandios!



Zurück in Offenbach werden die biciKLETTEN ins Schwimmbad geschickt (50m Bahn und dazu noch leer), während die Pfälzerinnen den Grill vorbereiten, bergeweise Salate anschleppen und allerfeinste Weine auffahren. Am Ende landet man beim Ramazotti. Die Damen werden irgendwie nicht müde.




Der Pfingstsonntag verläuft ähnlich, die Sonne freut sich mit uns, es wird getreten, was das Zeug hält.




Wenn wir gewußt hätten, dass unsere Gastgeberin Elke Weltmeisterin beim Iron (Wo)man Hawaii geworden ist, dann hätten wir die herzlichen Pfälzerinnen nicht kennengelernt und ein fantastisches Wochenende verpasst. Das Glück ist mit den Ahnungslosen.

Nächstes Jahr kommen sie hoffentlich nach Göttingen. Die Einladung steht.


Juli

Tagestour zum Kloster Corvey



Was ist mutig?

Die Kurven nach Hemeln `runterdonnern, das ist schon nett!

Am Sonntag morgen um neun Uhr geht das besonders gut. Die Sonne lacht. Auf der Fähre nach Veckerhagen werden die ersten Stullen und Gurken ausgepackt. Leider ist die Straße hoch in den Reinhardswald gesperrt, also geht es flach an der Weser entlang nach Bad Karlshafen zum Mittagessen.
 



Weiter gen Norden wird der Weserradweg immer voller, an der Tonenburg nördlich von Corvey Hunderte von Motorradfahrern. Dort ist es uns zu rummelig, wir fahren zurück zum Kloster Corvey, wo warmer Kirschkuchen mit Vanilleeies lockt.

Später muß es dann auch noch ein richtiges Bier sein.



Es wird viel geschwatzt und herausgefunden, was wirklich mutig ist: Wenn ein Mann nachts betrunken nach Hause kommt, seine wütende Frau mit dem Besen im Flur antrifft und er dann sagt: Putzt du schon oder fliegst du noch weg?




August

Tagestour nach Mühlhausen


Wer schnell… der kann auch schnell….


Starkes Gewitter ist angesagt!
Das hindert uns nicht. Wir treffen uns am Bahnhof und kaufen Fahrkarten für die Rückfahrt. Sicher ist sicher. Dabei geht eine Windjacke verloren, es wird gesucht, leider nix.
Flach rollt es bis nach Uder, dann endlich der erste Berg mit einem wunderbaren Blick auf Eichstruth. Idyllisch ist es hier, keine Radfahrer, kaum Autos.


In Dieterode wird kurz das Restaurant St. Georges besichtigt, dann geht es hinunter an die Werra nach Wanfried zur Mittagspause. Die heißen Füße in das Kneipp-Becken am Barfußpfad gehalten, ein Blick zum Himmel: weiße Wölkchen auf Blau, also weiter.



Es ist heiß. Es wird schwül. Wellig führt die Straße durch den Hainich bis irgendwann die lange Abfahrt hinunter nach Mühlhausen als Belohnung wartet. Es ist noch früh, der Zug um 16 Uhr kann noch erreicht werden.
Ein 10-Minuten-Abstecher in die Brauerei Zum Löwen liegt  gerade
noch so drin. Im Stehen wird das heiß ersehnte Apothekerbier gezischt, für die Bratwurst, auf die sich alle gefreut haben, ist die Zeit zu knapp.



Im Zug wird gesimst und telefoniert. Der Liebste ist am Morgen noch einmal zum Göttinger Bahnhof gefahren und hat die Windjacke gefunden. Juhuuu! Und weil er so nett ist, macht er schon mal die Kohlen klar, damit wir doch noch zu unseren Bratwürsten (Original Fränkische!) kommen. Eine Viertelstunde nach unserer Ankunft liegen sie auf dem Grill und sind ruckzuck verputzt.

Wer schnell fährt, der kann auch schnell…… ach ja, und in Göttingen soll es gehagelt haben.


August

Schraube locker?

Frauen und Technik, an einem Dienstag abend ist es soweit, Sabine hat einen „Schrauberkurs“ bei Oelle organisiert. Während einige biciKLETTEN offensichtlich noch nie einen Platten hatten und zum ersten Mal in ihrem Leben einen Schlauch wechseln, tüfteln andere an Bremsen und Schaltung und drehen so manches Schräubchen. André sei Dank.
Hat Spaß gemacht.

 













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